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Vorsorgevollmacht

Durch Unfall, Krankheit oder im Alter kann jeder in eine Situation geraten, in der Entscheidungen über gesundheitliche und finanzielle Belange nicht mehr selbst getroffen werden können. Mit einer Vorsorgevollmacht können Sie eine Person Ihres Vertrauens für die Erledigung dieser Angelegenheiten bevollmächtigen.

Es besteht die Möglichkeit, diese Person nur in einzelnen Bereichen (z.B. den finanziellen Angelegenheiten) zu bevollmächtigen. Wer eine Generalvollmacht erteilt, erlaubt jemandem, alle rechtsgeschäftlichen Aufgaben zu übernehmen, über den Aufenthaltsort zu bestimmen (z.B. Umzug ins Heim) und auf Bankkonten zuzugreifen.

Im Gegensatz zu rechtlichen Betreuern werden Bevollmächtigte kaum kontrolliert. Lediglich bei risikoreichen medizinischen Eingriffen (§ 1904 BGB) oder freiheitsbeschränkenden Maßnahmen (§ 1906 BGB) muss eine gerichtliche Genehmigung vom Betreuungsgericht eingeholt werden. Man sollte daher nur Personen bevollmächtigen, zu denen man uneingeschränktes Vertrauen hat!

Wichtig ist, dass der Vollmachtgeber für die Erstellung einer Vollmacht noch geschäftsfähig sein muss. Die eigenhändige Unterschrift reicht aus, damit die Vollmacht wirksam wird, bestätigt jedoch nicht die Geschäftsfähigkeit. Gerade Kreditinstitute setzen sich immer mal wieder darüber hinweg, dass eine beglaubigte Unterschrift kein juristisches Muss ist. Eine Ausnahme bilden Haus- und Grundbesitz: Hier ist eine notariell beurkundete Vollmacht notwendig!

Ein Notar kann die Echtheit der Unterschrift beglaubigen und den Inhalt der Vorsorgevollmacht und die Geschäftsfähigkeit des Betroffenen beurkundet. Daneben ist auch eine Beglaubigung z.B. durch die Beratungsstelle für rechtliche Betreuung und Vorsorgevollmacht möglich. Diese bestätigt jedoch nur die Echtheit der Unterschrift, nicht die Geschäftsfähigkeit.

Sollten Sie sich gegen eine notarielle Beurkundung entschließen, ist es ratsam ein ärztliches Attest beizufügen. Der Arzt sollte bestätigen, dass der Vollmachtgeber zum Zeitpunkt der Vollmachtserteilung im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte und damit uneingeschränkt in der Lage war, eine Vollmacht zu errichten und deren Tragweite zu erfassen.                                                                                                                                            

Zusätzlich ist es sinnvoll, die Vollmacht beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. Falls es zu einem Betreuungsverfahren kommt, erfährt das zuständige Gericht so im Vorfeld von den Vorsorgewünschen der Betroffenen und muss diese berücksichtigen.

Broschüren & Downloads

Ich sorge vor !
ich-sorge-vor.pdf (941.41KB)
Ich sorge vor !
ich-sorge-vor.pdf (941.41KB)

Diese Broschüre ist in mehreren Sprachen erhältlich. Auf hamburg.de können Sie Versionen in Englisch, Französisch, Russisch, Türkisch, Spanisch, Polnisch, Farsi und Arabisch herunterladen.


Ratgeber für Bevollmächtigte
Ratgeber_für_Bevollmaechtigte_1.pdf (1.79MB)
Ratgeber für Bevollmächtigte
Ratgeber_für_Bevollmaechtigte_1.pdf (1.79MB)

Neben allgemeinen Hilfen und rechtlichen Grundlagen enthält die Broschüre Hinweise zu Fragen der Vermögens-/Gesundheitssorge sowie einen Adressenteil mit wichtigen Ansprechpartnern.

Eine Vorlage für eine Vollmacht finden Sie z. B. auch auf den Seiten des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz.